YOGA - IST WAS ?

Yoga Citti Vritti Nirodha


Im Zustand des Yoga sind alle Trübungen (Vritti), die im Wandelbaren des Menschen (Chitta) bestehen können, aufgelöst. (Quelle Yoga Sutra Patanjali Kapitel 1, Satz 2)


WAS IST EIGENTLICH YOGA?

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst. Der Begriff "Yoga" kommt aus dem Sanskrit von yuga "Joch", yuj für: anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren und kann ausgedrückt werden in "Vereinigung" oder "Integration" wie auch im Sinne von "Anschirren" und "Anspannen" des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration. Yoga ist ein praktisches Übungssystem zur Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Das Ziel des Yoga ist ein freier Geist in einem gesunden Körper. Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen) und Entspannung verhelfen dem Körper, beweglicher zu werden, das Energieniveau zu erhöhen und den Geist zur Ruhe zu bringen.


Yoga ist ein Übungsweg, der vor mehr als zweitausend Jahren in Indien entwickelt worden ist und seitdem viele Wandlungen und Erneuerungen erfahren hat. 

Der Terminus Yoga tritt zum ersten Mal in den Texten der Upansihaden auf, die um ca. 800 bis 600 v. Christus entstanden ist. Hier werden erstmals die "Seele" und das Selbst und seine mystische Ausweitung durch Yogische Übung beschrieben. 

Von der ersten Nennung des Yoga in den Upanishaden bis hin zum klassischen Yoga war es ein weiter Zeitsprung. Als klassischer Yoga wird der auf dem Yoga-Sutra des Patanjali basierende Raja-Yoga (königliches Yoga) bezeichnet, der um ca. das 2. Jahrhundert nach Chritus angesiedelt wird.

Zentrale vor klassische Yogatexte finden sich im Mahabharata, einem der beiden großen indischen Epen: hier insbesondere in der Bhagavad-Gita und im Moksha-Dharma, die beide Teil des sehr umfangreichen Epos sind. 


DAS YOGA-SUTRA - PATANJALI ACHTFACHER PFAD: 

Das Yoga-Sutra (übersetzt der "Yoga-Leitfaden") legt einen achtgliedrigen Yogaweg dar, der Raja-Yoga ("Königsyoga") oder auch einfach Ashtanga-Yoga ("achtgliedriger Yoga") genannt wird. Dieses Yoga-Sutra lehrt die ACHT STUFEN DES YOGA, die es zu meistern gilt. Diese Stufen können aber nicht so einfach abgehandelt werden, wie eine To-Do-Liste! Das Geheimnis des Lebens verbirgt sich nicht hinter Aufgabenlisten Die Seele will erleben, erfühlen, trauern, sich freuen- und genau dabei hilft Patanjalis achtgliedriger Pfad.

Es gibt eine magische Verbindung zwischen dem menschlichen Leben, der Welt und dem Universum. Wer den Weg des Yoga beschreitet, hat die Chance, sie zu erkennen: Patanjali (rund 400 Jahre vor Christus) bietet mit seinem achtgliedrigen Pfad des Yoga einen Leitfaden dazu. Darin lehrt Patanjali die acht Stufen des Yogas. Dieser Pfad stellt eine Art Hilfsprogramm zur Überwindung der Hindernisse (Klehas) dar, die den Geist immer wieder aus der Ruhe bringen und damit letztendlich zu Leid führen. Jedes dieser acht Glieder besteht aus einer Reihe konkreter, praktischer und auch heute noch sehr lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensweisen. Sie bedingen einander, bauen aufeinander auf, ergänzen sich und bilden eine Einheit. Das Yoga-Sutra besteht aus 186 einzelnen Aphorismen (Versen).



Die acht Stufen (Komponenten) des Yoga nach Patanjali sind: 


     1. Yamas - der Umgang mit der Umwelt              2. Niyamas - der Umgang mit sich Selbst                3. Asanas - der Umgang mit dem Körper

     4. Pranayama - der Umgang mit dem Atem        5. Pratayahara - der Umgang mit den Sinnen 

     6. Dharana - Konzentration                                 7. Dhyana - Meditation                                             8. Samadhi - das Höchste - die innere Freiheit      


Die ersten fünf Glieder (Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Prathayahara) werden auch als Kriya-Yoga (praktischer Yoga) bezeichnet und die letzten drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) als Raja-Yoga (königlicher Yoga). 


Der Yoga versteht sich somit als eien "Wissenschaft vom Menschen". Heutzutage steht dabei besonders der Körper im Mittelpunkt, während es in der ursprünglichen Yogalehre viel mehr darum ging, zu begreifen, wie unser Geist funktioniert und was wir tun können, damit er ruhiger, gesammelter und friedlicher wird. Dieser Übungsweg beinhaltet, wenn er den Traditionen des Hatha-Yoga folgt, Idealerweise beides Aspekte zu verbinden, sodass die Bewegungen - im Yoga "karana" oder "vinyasa" genannt - und die Haltungen im Yoga " asana" genannt, die den Körper beweglicher und kräftiger machen und gleichzeitig den Geist beruhigen. Dann reicht bereits eine kurze Yoga-Übungs-Praxis von 10 Minuten, damit wir spüren können, was der Yoga uns zu bieten hat: die Erfahrung der Verbindung von Körper, Atem und Geist und damit der Gesamtheit unseres Seins. Das, was wir außer der Atmung, der Kräftigung und Belebung noch als Resultat unseres Übens spüren können, ist das Strömen der Lebensenergie in uns, die im Yoga "Prana" genannt wird (vergleichbar mit dem Chi). Um in die Empfindung des Prana zu kommen, braucht es ein kurzes Innehalten nach jeder Übung bzw. eines längeren Nachspürens am Ende der gesamten Übungspraxis "Shavasana" genannt. Das ist die Zeit, in der das Üben seine Wirkung entfaltet. Im Anschluss an die Körperübungen "Asanas" wird im klassischen Hatha-Yoga Pranayama gebüt. Die Meditation kann sich an die Übungspraxis anschließen oder auch separat geübt werden. 


Seit Anbeginn kennt der Yoga viele unterschiedliche Traditionen, die unterschiedliche Aspekte der Übungspraxis betonen (kraftvoller, sanfter, mit Hitze, mehr therapeutisch ausgerichtet, eher meditativ, usw., usw.,. Alle dies Traditionen und Schulen existieren friedlich nebeneinander. Sie bieten so vielfältige und unterschiedliche Techniken und Methoden der Yogapraxis an, weil wir Menschen so vielfältig und unterschiedlich sind und uns oft auch ganz unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse auf der Yogamatte landen lassen. Es gibt einen guten oder schlechten / richtigen oder falschen Übungsstil, sondern nur Stile, die für dich eher günstig und förderlich sind! Welcher Stil für den Einzelnen günstig und förderlich ist, kann man nur selber herausfinden. 


Yoga soll gut tun und Yoga soll Freude machen. Die Yoga-Praxis funktioniert mit Disziplin, aber ohne Zwang. Im Yoga ist alles darauf ausgelegt, dass man sein eigener Experte / seine eigene Expertin für den eigenen Körper, den eigenen Geist, die eigene Gemütsverfassung, die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden wird. So lehrt uns der Yoga auf der einen Seite Selbstverantwortung und auf der anderen Seite Autonomie. Wahrscheinlich wirkt er deswegen auch nach so langer Zeit noch so frisch und zeitlos auf uns und ist so erfolgreich. 


In der Bhagavad Gita, den über 2500 Jahre alten spirituellen Schriften des Hinduismus, ist zu lesen: " Yoga ist die Weisheit des Handelns - Yoga ist die Bezwingung des eigenwilligen ungestümmen Geistes - Yoga ist Einssein mit dem Selbst". 


Übrigens: Männer die Yoga üben, heißen Yogis - Frauen heißen Yoginis 










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